Samstag, 16. Oktober 2010

Moglis Alltag

Mein Hund arbeitet mit mir in der Verhaltenspraxis. Ich weiß nicht, ob er sich diese Tätigkeit selbst ausgesucht hätte, weiß nicht, ob er nicht lieber in einer anderen Sparte - im Jagdalltag oder einfach als Familienhund - tätig wäre. Er kann halt nicht wählen und so begleitet er meinen Alltag und ist darauf angewiesen, dass ich seine Stimmungen und Bedürfnisse erkenne und ihnen Rechnung trage. Dieses Vertrauen in meine Fähigkeiten berührt mich immer wieder und ich bemühe mich auch sehr, dem gerecht zu werden.
Er hat es auch nicht einfach und sein Tätigkeitsfeld ist recht vielseitig: Mogli ist zur Stelle, wenn es darum geht einen aggressiven Hund umzuerziehen oder einem ängstlichen Artgenossen ein gelassenes Vorbild zu sein und er ist mein "Demonstrationshund", wenn ich einem Hundebesitzer ein bestimmtes Vorgehen praktisch zeigen möchte. Manchmal ist es einfach für ihn, dann wieder müssen schwierige Situationen gemeistert werden, es gibt lustige Begebenheiten und langweilige Übungsstunden. Aber immer wieder frage ich mich, was gerade jetzt in meinem Hund vorgeht und was ihn zu einem bestimmten Verhalten veranlasst - zum Beispiel:

Sitz bei Fuß - korrekt, weil dicht neben mir - aber "anders herum"
Seine Fähigkeit zu "deeskalieren" erstaunt mich immer wieder. Er wendet sich ab, geht weg und zeigt die ganze Bandbreite der Deeskalationsgesten, wenn es iihm erforderlich erscheint. So hat er sich auch selbst beigebracht, sich verkehrt herum neben mich zu setzen - also Kopf nach hinten und Hinterteil nach vorne. Er hält diese Position z.B. für nötig, wenn ich mit einem Team übe oder zusammenstehe und er dieses enge Gegenüber nicht aushält, weil Artgenosse oder Mensch ihm irgendwie bedrohlich oder unangenehm erscheinen.
Diese Art zu reagieren finde ich im Praxisalltag bewunderswert und lasse ihn dann natürlich oder bestärke ihn in seinem Verhalten, wenn er es braucht. Bei einer Prüfung jedoch hat mir dieses "Verkehrt-herum" eine Ansprache des Richters eingebracht, mein Hund würde mich nicht ernst nehmen. Ich stand mit Richter und Helfer zusammen (beim Erklären einer Aufgabe) und war wohl etwas anders als sonst - halt doch aufgeregt und angespannt und Mogli meinte, dass es hier durchaus etwas zum "deeskalieren" gibt - nun ja .....

Der Lodenmantel - auch Mogli irrt sich mal....
Ich erinnere mich an Übungsstunden mit einem kleinen Mops. Dieser hatte ein Problem bei Begegnungen, war änglich, unsicher und reagierte dann mit Kläffen und hysterischen Sprüngen an der Leine. Mogli sollte hier als gelassenes Vorbild und als Begegnungsteilnehmer mithelfen. Bei einer der Übungsstunden - wir waren alle schon recht zufrieden mit dem Erreichten - setzte sich Mogli immer ganz dicht neben mir ab. Ich war verwundert, ein so korrektes Sitz bei Fuß zeigte er höchstens beim Gehorsamstraining oder wenn Apportieren angesagt war. Also beobachtete ich meinen Hund - war er denn unsicher, traute er aus irgendwelchen Gründen dem Mops nicht mehr, aber dann würde er sich andersrum hinsetzen (s.o.) und auch nicht so erwartungsvoll schauen? Also nochmals - wie sah die Situation aus Sicht meines Hundes aus? Und dann begriff ich: der Mops trug an diesem Tag (ein schon recht kühler Herbstvormittag) einen Lodenmantel in Dummy-grün mit dunkelgrünen Strickbündchen an Hals und Beinabschluss - und tatsächlich das ganze sah aus wie ein etwas größeres Dummy, welches sich durchs Herbstlaub bewegte !!!!

Man kann nicht alles haben - Mogli ist mein Traumhund, zeigt mir aber auf, dass man nicht alles haben kann. Mogli neigt zu seeehr selbstständigen Entscheidungen. Natürlich, in der Praxis benötige ich seine Selbstständigkeit und seine Fähigkeit, viele - auch kritische - Situationen mit Souveränität und Gelassenheit zu meistern. Auch beim Mantrailen sind eine gewisse Sturheit und selbstständige Entscheidungen durchaus von Vorteil.
Im Alltag oder beim Training (vor allem, wenn andere Retrieverbesitzer mit dabei sind) allerdings wünschte ich mir etwas mehr "will to please".... aber wie gesagt, man kann nicht alles haben und weder Hund noch Mensch sind vollkommen - auch wenn man sich das noch so wünschte.
Seine Sturheit in Sachen Grundgehorsam darf ich nicht alleine Mogli anlasten, denn auch ich bin hier etwas nachlässig. Oftmals ertappe ich mich dabei, dass ich beim Spaziergang meinen Gedanken nachhänge, obwohl doch vielleicht Üben mit dem Hund angebracht wäre. Oder dass ich mich nach einem anstrengenden Arbeitstag mit "schwierigen Hunden" an meinem unkomplizierten Hund erfreue und ihn einfach toll finde, obwohl auch sein Grundgehorsam noch sehr ausbaufähig wäre.
Im Laufe der Jahre sind wir als Team zusammen gewachsen. Wir schätzen die Fähigkeiten des anderen und haben gelernt, dass wir uns in vielen Situationen aufeinander verlassen können. Wir arbeiten an unseren Schwächen oder tolerieren sie und - wir mögen uns einfach!
Etwas Freizeit und Entspannung muss sein

Dienstag, 18. Mai 2010

Unerwartetes Zusammentreffen


Am Rande der Dortmunder Ausstellung
trafen sich Moglis Töchter "Maxi" und "Ella" - auch "Tante Nova" war mit von der Partie.
Die Halbschwestern sehen sich recht ähnlich und waren sich wohl auch gleich einig, welche Ecken besonders spannende und interessante Gerüche zu bieten hatten.

Samstag, 24. April 2010

Vater und Sohn

"Dagobert" - Niko vom Schießberg - sehen wir regelmäßig und sind ganz begeistert von der Entwicklung dieses jungen Rüden.









Dagobert schaut aus wie sein Papa
und zeigte schon sehr früh die
gleiche Arbeits- und Apportierfreude
wie seine Mutter.





Beim letzten Treffen wollten wir unbedingt ein Vater-Sohn-Foto machen. Nur .... Mogli hatte wohl seinen "seriösen" Tag und war zunehmend angenervt von Jung-Dagobert, der dynamisch und manchmal recht aufdringlich versuchte mit Papa zu spielen. Weil Mogli aber eher Pazifist ist und außerdem für seine Arbeit in der Praxis gelernt hat, Konfrontationen aus dem Weg zu gehen - hat er nun seinen Sohn konsequent ignoriert - was das gemeinsame Foto allerdings etwas erschwert hat.

Donnerstag, 25. März 2010

Traurig

Im Januar hat Mogli die Hündin Yuki von Minto (Schweiz) gedeckt. Leider hat die Hündin alle ihre Welpen bei der Geburt verloren.
Wir sind aber froh darüber, dass Yuki die Operationen gut überstanden hat und inzwischen wieder wohlauf ist.